Pferdeharmonie

Tips

Oh Mann, mein Pferd geht nicht in den Hänger!

Wie bereits mehrfach erwähnt, sind Pferde Fluchttiere. Warum sollten sie also in einen Hänger gehen? Der Hänger hat nur einen Eingang und eine Flucht wäre nur noch rückwärts möglich - es sei denn das Pferd geht rückwärts in den Hänger, was auch schon vorgekommen ist. Mein Ziel ist es, ein Pferd ohne fremde Hilfe in einen Hänger verladen zu können.
Ich möchte, dass mein Pferd freiwillig, ohne Angst und ohne Zögern in den Hänger geht.
Auch hierbei nutzen wir die Wege der Bodenarbeit.

Gehen wir einmal davon aus, dass der Anhänger bereits am Reitplatz steht und entsprechend gesichert ist. Auch sind uns die Übungen der Bodenarbeit bekannt. Also fangen wir an. Ich ziehe die Aufmerksamkeit des Pferdes auf mich, schicke es einige Schritte rückwärts und hole es wieder zu mir. Dann schicke ich es einige Schritte seitwärts nach links und nach rechts. Das sollte alles gut funktionieren! Nun zirkele ich mein Pferd ein bis zwei Runden links und rechts herum und anschließend lasse ich es noch ein, zwei Sprünge und einige Gelassenheitsübungen machen (z.B. über eine Plane laufen und zusätzlich ein paar Engpassübungen). Wenn das alles gut geklappt hat, zirkele ich mein Pferd in Richtung Pferdehänger. Die Klappe bleibt noch geschlossen. Während dieser Übung muß mein Pferd die unsichtbare Grenze, die hinter der Klappe beginnt, akzeptieren.

Nun kann ich die Hängerklappe öffnen. Positiv- und Negativverstärkung kommen hierbei besonders deutlich zur Geltung. Das heißt, wir machen es dem Pferd außerhalb des Hängers unbequem und nur der Weg in den Hänger wird belohnt. Dazu zirkele ich zunächst das Pferd in Richtung Hänger und dann über die Rampe. Anfangs kann es vorkommen, dass das Pferd über die Rampe springt. Erst wenn es im Schritt über die Rampe geht, können wir mit dem nächsten Schritt beginnen. Wir stellen uns seitlich zur Hängerrampe und zirkeln unser Pferd in Richtung Rampe. Wenn es dann auf uns zu kommt, versperren wir ihm deutlich den Weg, so dass es in Richtung Hängereingang schaut. Von da an fordern wir das Pferd auf, in den Hänger zu gehen. Mit jedem Schritt in den Hänger beenden wir unsere Forderung und beginnen dann von neuem. Eine Pause gibt es nur, wenn das Pferd einen Schritt in Richtung Hänger bewältigt hat. Wenn das Pferd nicht gehen will, schicken wir es rückwärts und zirkeln es ein wenig in den Hänger. Nicht vergessen: Mit jedem Schritt in den Hänger beenden wir den Druck.

Nehmt Euch Zeit und bewahrt die Ruhe. Früher oder später wird Euer Pferd in den Hänger gehen. Und das aus eigenen Schritten, vielleicht mit einem kleinen bisschen Angst, die sich jedoch mit jeder Übungseinheit verringert und schließlich in Mut und Selbstvertrauen verwandelt.

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