Pferdeharmonie

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Muß ein Horseman auch ein guter Reiter sein?


Ich denke nicht, dass ein Mensch mit dem richtigen Pferdeverständnis zwingend notwendig auch ein guter Reiter sein muss. Es sollte jedoch sein Ziel sein, einer zu werden.
Horsemanship fängt am Boden an und endet nie. Ein Problem zu erkennen heißt nicht unbedingt, es zu verstehen. Nehmen wir z. B. ein buckelndes Pferd -die Standardantwort lautet: Aussitzen und Vorantreiben. Möglicherweise funktioniert das, aber warum buckelt das Pferd eigentlich ???
In meinen Augen fängt dort der Horsemanship an ! Ich würde absteigen, das Pferd nach Hause führen und über den Weg der Bodenarbeit erkunden, warum es buckelt. Selbstverständlich überprüfe ich zuerst den Gesundheitszustand meines Pferdes. Hufe, Sehnen, die Biegsamkeit, Zähne und Trense, den Rücken und zuguterletzt den Sattel. Nötigenfalls ziehe ich einen Arzt oder Schmied zu Rate.

Kann ich all diese Faktoren ausschließen, stellt sich immer noch die Frage, warum das Pferd buckelt. Buckeln ist immer ein Zeichen von Unwillen. Den Grund dieses Unwillens gilt es zu ergründen. Über die Bodenarbeit werde ich prüfen, was das Problem sein könnte. Knotenhalfter und ein ca. 4 m langes Seil werden zunächst meine Ausrüstung sein. Wenn ich zurück zur Basis gehe, wird mir diese Vorgehensweise eine Antwort auf das Verhalten meines Pferdes geben. Kopf senken und heben, rückwärts und seitwärts richten, Zirkeln in allen Gangarten, ohne und mit Sattel. All das sind Gehohrsamsübungen, anhand derer Sie erkennen können, wo die Probleme beginnen. Meistens findet sich dort die Antwort. Erst wenn diese Übungen anstandslos funktionieren, sollte man vom Sattel aus das Problem hinterfragen. Satteln Sie nicht einfach so Ihr angebundenes Pferd.

Bringen sie ihm bei, unangebunden still zu stehen. Zeigen Sie Ihrem Pferd zunächst den Sattel, legen sie ihn dann behutsam auf und ziehen Sie den Gurt nicht gleich so fest, wie es geht. Gurten Sie zwei- bis dreimal nach und bauen Sie zwischen dem Gurten ein paar Gehorsamsübungen ein. Auch beim Aufsteigen sollte Ihr Pferd stillstehen, erst dann sitzen Sie gänzlich auf. Warten sie 30 Sekunden bevor Sie anreiten. Nun erproben Sie die zuvor am Boden geforderten Übungen vom Sattel aus. Im Laufe dieser Übungen zeigt sich meistens schon ein Unwille, der sich nicht unbedingt als Buckeln äußern muß. Hier kann man ansetzen und weiter trainieren. Die kleinen Schritte sind es, die zu Sicherheit, Respekt und Vertrauen führen.

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