Pferdeharmonie

Fragen und Antworten

 

Frage von Daniela Schön:
Das mit Ihrem "Unbequemmachen" rund um den Pferdehänger und "Ruhe" vor bzw. im Pferdehänger schlägt bei meinem Unikat fehl. Das haben wir schon bis zum Exzess durch. Wenn er nicht will, will er nicht. Ihm ist es auf Deutsch gesagt sch....egal, ob er rund um den Hänger arbeiten muß oder nicht. Reingehen tut er nur dann, wenn er will. Da hat sich schon so manch einer die Zähne ausgebissen. Selbst Monty Roberts, der ja angeblich jedes Pferd mit seiner Methode verladen kann, mußte kapitulieren und 9 starke Männer und einige Gitter zur Hilfe nehmen, um meinen Wallach wieder in den Hänger zu bekommen.

Grundsätzlich zweifle ich nicht an Ihrer Methode, doch es gibt 100 %ig auch Ausnahmen, bei der sie versagt. Und so eine Ausnahme steht bei mir.

Dazu muß ich sagen, daß mein Wallach eine Kreuzung aus Kuh (Aussehen), Esel (Sturheit) und Denkmal (denk mal wie schön es ist, daß ich hier stehe)ist (grins).

Antwort von Michael Zywitzki:
Hallo Daniela,
natürlich ist es möglich, dass ich mir die Zähne ausbeiße, aber mein Motto heißt: niemals aufgeben. Desweiteren trainiere ich nicht nach einer Methode oder Technik, sondern stelle mich ganz und gar auf das Pferd ein und überlege mir dann, wie ich das Pferd dazu überreden kann in den Hänger zu gehen. Zeit spielt absolut keine Rolle. Es gibt für das Verladetraining keine bestimmte Methode, sondern es geht darum, das Pferd im Sinne der Positiv- /Negativverstärkung zur freiwilligen Mitarbeit zu motivieren. Hiermit ist genau das gemeint, was Du richtigerweise als " Unbequemmachen" und "in Ruhe gelassen werden" bezeichnest. Das ist keine " Methode" an sich, sondern ein ganz normaler Weg in der Pferdeausbildung. Diesen Weg beschreitet jeder gute Trainer, der es beherrscht, auch kleinste Fortschritte zu erkennen und das Pferd im richtigen Moment zu loben. Dazu braucht es ein gutes Timing und vor allem braucht Pferdeausbildung Zeit! Es gibt sicherlich viele Pferde, die in einem Wochenendseminar lernen können, verladen zu werden, aber man kann niemals einen bestimmten Zeitraum dafür festlegen. Manche Pferde brauchen einfach länger als andere und der Erfolg soll schließlich auch nachhaltig sein. Manchmal ist es viel wirksamer, eine Trainigseinheit ganz kurz zu halten und SOFORT aufzuhören, wenn das Pferd das erwünschte Verhalten zeig - anstatt das Pferd mit langen Trainingseinheiten zu langweilen. Es wird dies mit erhöhter Arbeitsbereitschaft danken. Manchmal kann es den Fortschritt sogar erhöhen, wenn man das Pferd auf der Koppel das Erlebteeinfach "verdauen" läßt, es also nicht jeden Tag zu trainieren und es evtl. 'sauer' zu machen.

Das Verladetraining bedeutet nicht nur, das Pferd in den Hänger zu bekommen: es soll vielmehr dem Pferd - und vor allem seinem Besitzer - einen Weg zeigen, wie man die Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern kann. Jedes Training verstärkt somit auch zunehmend die Pferd-Mensch-Beziehung. Ich denke nicht, dass Du Grund hast, die Hoffnung auf Fortschritte bei Deinem Pferd aufzugeben. Ferner denke ich, dass man Arbeit und vor allem viel Zeit investieren muss (vor allem Zeit für Dein Pferd zum Nachdenken und um Erlerntes zu verinnerlichen) . Es würde mich freuen, nochmal etwas von Dir zu hören, vielleicht finden wir ja einen gemeinsamen Weg, Dein Unikat neu zur Mitarbeit zu motivieren.

Mit besonders lieben Gruß auch ans Unikat,
Micha


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